WASSER - eine Meditation 

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Hast du dir schon mal
Gedanken darüber gemacht,
wie wichtig Wasser für unser Leben ist?

Mir wurde bei dieser Überlegung bewusst,
daß wir sogar unser eigenes Leben
mit dem Wasser vergleichen können.

Nimm dir etwas Zeit,
und gehe mit mir auf Gedankenreise....
(Wenn du eine CD hast, auf der das leise Säuseln
oder das Plätschern von Wasser zu hören ist,
dann lege dir diese Musik ein.
Stelle die Lautstärke so ein,
daß die Musik im Hintergrund bleibt,
und du dich noch gut auf die Texte
konzentrieren kannst)

Nun wollen wir uns
das Wasser genauer betrachten....

In der Bibel und in der liturgischen Tradition der Kirche steht das Wasser
als Symbol für das Leben.
Für den Anfang und das Ende.
Auch der Mensch kommt aus dem Wasser -
zuletzt aus dem Fruchtwasser.
Der menschliche Körper besteht
zum größten Teil aus Wasser.
Bei der Heiligen Taufe
wurden wir mit geweihtem Wasser gesegnet.

Weiter geht unsere Gedankenreise.
Stelle dir in Gedanken eine Quelle vor....
(Nimm dir ruhig einen Augenblick Zeit,
um auch das Bild auf dich wirken zu lassen)

Wenn wir an einer Quelle vorbeikommen
entsteht sogleich das Bedürfnis aus ihr zu trinken.

Es fällt uns nicht schwer, der Quelle zu vertrauen.
Ihr Wasser ist rein und gut.
Es tut uns gut, das kühle Wasser aufzunehmen.
Es ist nur Wasser - aber neu... frisch... und klar.

Kaum jemand käme auf die Idee,
eine Quelle zu verunreinigen
weil man sich sonst nicht mehr aus ihr laben könnte.

Lässt sich die Quelle nicht
mit einem neugeborenen Menschlein vergleichen?

Der Anblick eines Säuglings ist für jeden Menschen
auf der ganzen Erde etwas ganz besonderes.
Wir sind fasziniert von der Vollkommenheit,
mit der ein Mensch geboren wird.
Wir sind gerührt von der unschuldigen Reinheit -
sein Anblick erfrischt uns -
wir können uns kaum sattsehen
an einem so kleinen Menschlein.
Ein Säugling wird von uns in Schutz genommen,
wir achten Tag und Nacht darauf,
daß ihm nichts zustößt,
daß es ihm an nichts fehlt... .

Die Quelle, die wir uns vorstellen,
sucht sich seinen Weg.
Sie wird zu einem Bächlein...

...Wir erfreuen uns an dem Bächlein,
wenn wir daran entlanggehen. 
Wir überlegen vielleicht,
ob wir den Lauf umleiten und verändern können,
damit das Bächlein unseren Garten durchquert.
Wir hätten es dann ganz nah bei uns,
das leise Säuseln, das laute Plätschern,
dieses quirlige, lebendige,
frische und reine Wasser... .
Und bei all dieser Freude wissen wir,
daß das Wasser uns geschenkt ist.

Wünschen wir uns nicht
genau so unsere Kinder?

Sie können wirklich so werden!
Sie finden ihren Weg, wenn wir sie  einerseits
in rechtem Maße führen und leiten -
und sie andererseits laufen lassen, dort wo es möglich ist,
ohne sie zu gängeln oder einzuengen.
Wir spüren eine tiefe Dankbarkeit ins uns,
für jeden Tag, den wir sie begleiten dürfen... .
 
 

Unser Bächlein,
das aus der Quelle hervorging,
schwillt an, wird langsam zu einem Fluss.

 Von der Quelle hat es sich inzwischen weit entfernt.
Es ist nicht mehr so klar wie am Anfang,
als es noch ganz klein war.
Die Menschen kippen achtlos Müll und Gifte in die Flüsse.
"Das bisschen wird das Wasser nicht verderben!"
sagen täglich viele Menschen.

 

Wenn unsere Kinder heranwachsen,
ist auch nicht mehr alles so,
wie wir es uns wünschen.

 

Es wäre auch nicht gut, verhindern zu wollen,
daß sie sich mit anderen Jugendlichen zusammentun.
Aber oft werden sie zu Mitläufern irgendwelcher Gruppen.
Sie müssen erst lernen, die guten Freunde von denen,
die ihnen nicht gut tun,  zu unterscheiden.
Was auch sehr prägend auf unsere Kinder wirkt,
sind die Medien, denen sie sich oftmals ausliefern,
ohne deren schädigende Wirkung
auch nur Ansatzweise zu erkennen. 
Wir als Eltern sind zwar bemüht,
unsere Kinder auf die Rechte Bahn zu führen,
können es aber nicht immer.
Die Kinder müssen ihren Weg selber finden... .
 

Viele Flüsse fließen zusammen,
entwickeln sich zu einem Strom....

...Groß und breit ist er geworden.
Der Strom kann manche Hindernisse überwinden,
ohne dabei seine Richtung zu verlieren
oder aufgeben zu müssen. 
Die Kraft des Wassers kann das,
was es auf seinem vorgesehenen Weg stört,
einfach weggschwemmen,
aus dem Weg räumen.

Auch wir Menschen können all das... .

 

... Vieles schaffen wir nicht alleine,
obwohl wir durchaus in der Lage sind,
Hindernisse aus eigener Kraft zu überwinden.
Wo dies nicht mehr möglich ist,
stärkt uns eine Gruppe Gleichgesinnter.
Nach dem Motto: "Gemeinsam sind wir stark!" 
können wir sowohl Konflikte lösen,
als auch einen Weg verfolgen,
den wir alleine nicht so einfach gehen könnten... .
 


Irgendwo führt der Weg
eines jeden Wassers ins Meer... .

... Dort vereint, ist es  etwas ganz großes,
starkes, ja mächtiges geworden.
Wer schon mal die Schiffe auf dem Meer gesehen hat,
dem wird bewusst, welche Kraft das Meer besitzt.
Scheinbar mühelos hält das Wasser
die großen schweren Schiffe auf seiner Oberfläche,
so daß sie darüber hinweggleiten
wie auf einer befestigten Straße.
Das Wasser der Meere wirkt auch lebensspendend,
so vieles kommt aus dem Wasser. 
Es schenkt uns Leben.
 

Gibt es auch an dieser Stelle
noch einen Bezug vom Wasser
zu uns Menschen?

Ich denke schon! 
Denn als Erwachsene sind wir gestärkt,
wir haben viel Kraft,
können so vieles schaffen, und -
wenn wir es wirklich wollen -
auch die Lasten Anderer mittragen.
Denn das ist ja auch ein Teil unserer Bestimmung.
Füreinander da sein,
einander tragen und uns gegenseitig
weiterhelfen und voranbringen.
Und! Nicht zu vergessen!
Wir können Leben schenken und Leben spenden.
Sogar über unseren eigenen Tod hinaus!

Wir wollen nun den Weg des Wassers
noch ein wenig weiter verfolgen:
Wohin geht es?
Welchen Weg nimmt es aus dem Meer?

Es steigt zum Himmel, um von dort als Regen
die Erde wieder neu zu beleben.
Bis es soweit ist, daß das Wasser
alles auf unserer Erden neu beleben kann,
muss es oft sehr tief gehen, bis es rein und klar
wieder den Weg an die Oberfläche findet,
und als neue Quelle irgendwo entspringt... . 

Womit wir wieder
am Anfang unserer Betrachtung sind.
Als "Leben spendendes Naß" 
kehrt das Wasser also zu uns zurück.
In einem immerwährenden Kreislauf... 

Ist das nicht auch unser Ziel? 

Wir wünschen uns doch,
in den Himmel aufgenommen zu werden
und das ewige Leben zu erhalten.
Bis es jedoch soweit sein kann,
müssen wir oft "in uns hineingehen",
auf unsere innere Stimme hören,
bis wir wieder neu und gestärkt 
den für uns vorgesehenen Weg weiter verfolgen,
und dem immerwährenden Kreislauf
durchhalten können. 

Dieses Verständnis findet sich
im biblischen Bild der "Quelle des Lebens".
Dieses Wort benennt die erneuernde
und lebensspendende Dimension des Wassers.
Das Wissen, daß wir Leben spenden können
und sogar Leben schenken dürfen, 
macht uns so froh und glücklich,
daß wir uns deswegen oft
"wie im Himmel" fühlen. 

Ist diese Vorstellung
des Werdegangs des Wassers
nicht wunderschön?
Und unser Leben
macht die gleiche Entwicklung durch.
Es ist wie ein Wunder!
Ja, ein Wunder, so schön.

Jetzt habe ich dir schon allerhand vom Wasser erzählt.
Es mit unserem Leben zu vergleichen, ist eine Möglichkeit, uns die Wichtigkeit dieser "nassen Materie" bewusst zu machen.
Aber auch auf andere Weise können wir spüren, wie sehr wir
auf das Wasser angewiesen sind, denn wir kommen tagtäglich damit in Berührung:

Wir benutzen das Wasser zur Körperpflege,
aber auch zum Kochen.
Wir brauchen es,
um unsere Bekleidung damit zu reinigen,

oder unsere Wohnungen damit zu putzen.
Wir stellen köstliche Getränke mit Wasser her,
sei es die Tasse Kaffe zwischendurch
oder aber die Kanne beruhigenden Tee.
Auch die frische Maß,
die wir uns im Biergarten
im Schatten alter Kastanien schmecken lassen,
ist zum größten Teil aus Wasser gebraut.

Nicht zu vergessen natürlich auch alle Limonaden,
Schorlen, Erfrischungsgetränke, und und und.

Der Großteil der Bevölkerung liebt es auch,
sich im Wasser zu entspannen und zu vergnügen.
Sei es in der heimischen Badewanne,
als auch an einem Weiher
oder gar einem großen Badesee,
und natürlich auch im Erlebnisbad
inmitten einer gepflegen Anlage
oder einer Schwimmhalle.

Wir sehen also:
Wasser ist aus unserem Leben nicht wegzudenken. 

Ich möchte dich ermuntern, dir einen Monat lang 
jeden Tag eine Minute Zeit zu  nehmen,
in der du dich bei einem Glas frischen Wasser
daran erinnerst, welch große Bedeutung
das Wasser für dich, für mich, für jeden von uns hat.


Und wenn dabei das Bedürfnis in dir wach wird, Gott dafür danken zu wollen,
dann ist genau diese Minute
der richtige
Zeitpunkt dafür.
Denn von Gott kommt alles Leben.
Hier auf der Erde bildet Wasser
die Grundlage unseres Lebens.
Wir haben wirklich allen Grund,
Gott dafür dankbar zu sein.

Trotz alledem wäre es weltfremd, nicht auch die andere Seite der Münze zu sehen. Denn gerade wegen der fast täglichen großen Katastrophen kann auch keineswegs vergessen werden, daß Wasser auch noch eine ganz andere Seiten zeigen kann:
Es kann erschreckend sein!!!
zerstörerisch!!!
und vernichtend!!!

Überlegen wir uns - nur als 1 Beispiel von Unzähligen - das schon etwas länger zurückliegende Ereignis, und die heutige Situation in  Zentralamerika, wo im Jahr 1998 nach dem schrecklichen Hurrikan "MITCH" ca. 8.000 Tote, 7.000 Vermisste, zehntausende Verletzte, hunderttausende Obdachlose zu verzeichnen waren...

Kann etwas schlimmeres
über eine Region kommen???

 Es KAM schlimmer!!! Denn weitaus härter als die eigentlichen Sturmschäden wirken die die Folgen des immensen Regens, und die damit verbundenen Hochwasser!  Oft hinterließen die reißenden Flüsse und Sturzbäche nur Sand und Steine, wo vorher fruchtbares Ackerland war! Saatgut war vernichtet, die Felder zerstört, Ackerboden weggeschwemmt! In einem Satz gesagt: Zentralamerika wird noch in Jahren die Folgen von Wind und Wasser spüren!

Da stellt sich uns nun eine neue Frage:

Ist das ein Schicksalsschlag oder eigene Verantwortung?
4 Jahre vor den schrecklichen Ereignissen warnte der Bischof in Honduras in einem Hirtenbrief vor der Gefahr einer Überschwemmung, die er durch vermehrte und rücksichtslose Abholzung in der Region gegeben sah. Da ist der Verdacht sicher nicht ganz unbegründet, daß die wirtschaftliche Abhängigkeit der armen Länder und die damit verbundene rücksichtslose Ausnutzung eigener Ressourcen immer wieder in neue Katastrophen und neue Abhängigkeiten führen.
Genaugenommen sind also auch wir zu einem gewissen Teil mit schuldig!


Dieses Bewusstsein
kann uns an jedem Tag unseres Lebens,
am Besten gleich noch heute,
zur Umkehr bewegen.
Denn:

Gott wil nie die Vernichtung,
sondern das Leben.


Gott will nie die Zerstörung,
sondern das Heil.

Gott selber ist der Anfang
und das Ende allen Lebens... .

 

Zum Schluss noch etwas:
Wir könnten es akkustisch nicht genau verstehen,
aber so würde das Wasser zu Gott beten:

"Ich, das Wasser aus diesem See, bin kalt und frisch, und immer lustig. Du Gott, hast mich geschaffen, damit ich dem Leben und den Menschen diene, indem man aus mir trinkt, und Energie aus mir gewinnt.
Dafür danke ich dir, Gott."


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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